A Cowboyday at Jacob´s Ranch Utah /USA

DSCF8434-2Wenn man  im Cowboyland unterwegs ist, lässt es sich gar nicht verhindern, dass der Wunsch aufkeimt einmal ein richtiger Cowboy (oder Cowgirl) sein zu dürfen. Entlang unserer Reiseroute gab es immer mal wieder die Möglichkeit für Trailrides oder Kindercowboyprogramme – aber bislang war das soweit für meinen Geschmack nichts.

Ok, Ok ich bin natürlich auch etwas kritisch, erstens ist es mir wichtig, dass ich das Gefühl habe, dass die Pferde gut behandelt werden. Zweitens war ich selbst vor einigen Jahren für mehrere Monate in Oregon auf einer Working Cattle Ranch als „Cowgirl“ und wollte für meine Kinder einen soweit wie möglich „autentischen“ Cowboytag. Zufällig sind wir dann an Jacobs Ranch vorbeigekommen, die praktisch genau gegenüber „unseres“ Campingplatzes (Zion River Resort) lag. Nachdem wegen des „Memorial day´s“ eine Mindestbuchunszeit von 3 Tagen bestand, war genug Zeit an einem Ort.

Zunächst habe ich mir die homepage von Jacob´s Ranch angeschaut und musste schon etwas schmunzeln.  Nachdem ich dann mehrmals mit  Jackson (Besitzer) telefoniert hatte….ein sehr beschäftigter Mann, der sehr gerne und blumig redet 😉 …und ich mir die Pferde auf der Koppel angeschaut habe, dachte ich mir es ist einen Versuch wert. Da laut Jackson geplant ist den ganzen Tag mit und auf den Pferden zu verbringen und es dabei nicht nur ums auf´s Pferd draufsitzen und losreiten gehen soll, haben wir uns trotz des ganz schön heftigen Preises von 180 $/pro Person für einen Cowboytag  auf Jacob´s Ranch entschieden.

Am nächsten Tag um 9.00 Uhr stand die ganze Familie vor dem „Gate“ der Ranch. Wir und noch ein 8jähriges Mädchen mit Vater aus Las Vegas und ein Ehepaar aus Oregon wurden von Kly begrüßt.

DSCF8440Die Kinder waren total fasziniert – ein Cowboy wie aus ihren Träumen…Stiefel, klirrende Sporen, Patronengürtel, Revolver, Cowboyhemd und natürlich Cowboyhut. Schon etwas „Show“ – irgendwie muss sowas ja fast auch sein – aber ein sehr netter ruhiger Typ.

DSCF8439Der Tag begann damit, die Pferde von der Koppel nach oben in den „paddock“ zu treiben.

Immer wieder ein tolles Bild eine galoppierende Pferdeherde.

Anschließend wurde jedes einzelne Pferd kurz vorgestellt… Name, besondere positive aber auch herausfordernde Eigenschaften. Sehr nett gemacht, da man nicht einfach ein Tier „zugewiesen“ bekam, sondern ein für sich „passendes“ Pferd aussuchen konnte.  Bis zu dem Zeitpunkt war sich mein noch weniger pferdeerfahrener Sohn nicht sicher, ob er wirklich beim Cowboytag mitmachen wollte.

DSCF8485 Nachdem er dann aber „Ranger“, einen Apfelschimmel, kennengelernt hatte, wollte er unbedingt auch als Cowboy auf einem Pferd sitzen. Somit waren wir nun drei aus der Familie, die den ganzen „Cowboytag“ der ca. 7 Stunden dauern sollte, mitmachen wollten…wie sich rausstellte war es dann ein bissal länger – aber dazu später mehr.

DSCF8461Nachdem sich mein anderer kleiner „Cowboy“, Blue Eye, ein richtig schön weiß-braun geschecktes Cowboypferd und ich mir ein dunkelbraunes Quarterhorse mit Namen Dollar ausgesucht hatte, konnten wir ersten Kontakt zu „unseren“ Pferden aufnehmen, indem wir sie zum Bürsten zum Putzplatz führten.

DSCF8490Unser jüngstes Kind, half mir mit großer Begeisterung Dollar auf „Hochglanz“ zu bringen.

DSCF8494Besonders für die Kinder, aber auch für mich immer wieder toll und faszinierend, war das anschließende „Join up“ mit dem jeweilig „eigenen“ Pferd im Roundpin. Durch ein paar einfache, aber sehr effektive Übungen lernt man die Führung zu übernehmen und das Pferd hat die Möglichkeit sich auf „seinen Menschen für den Tag“ einzustellen.

DSCF8525Besonders berührend war der Moment, als dann das jeweilige Pferd der Kinder auf sie zukam und wie ein Schoßhündchen ohne Führstrick hinter ihnen herlief.

Die Jungs waren so stolz! Es war schön, zu sehen, wie sie nur so vor gesundem Selbstbewusstsein strotzten.

Dann kam der „formelle“ Teil, in Utha ist es anscheindend Gesetz, dass jegliche Haftung und Verantwortung bei den „Teilnehmern“ liegt d.h. kurz und knapp, sobald du die Ranch betrittst haftest du…egal was passiert. Dass dir das auch klar ist, musst du noch ein Formblatt unterschreiben, indem auf sehr „beruhigende Weise“ immer wieder darauf hingewiesen wird, dass es beim Umgang mit den Pferden oder beim Reiten auch zu Todesfällen kommen kann. Ab da stand für mich fest, dass ich auch trotz massiven „Protest“ meiner Minicowboys darauf bestand, dass sie statt der coolen Cowboyhüte,  Helme tragen mussten – ich kann euch sagen, darüber war ich dann im nachhinein sehr froh!!!!

Nun gings ans Satteln, auftrensen und befüllen der Satteltaschen mit den mitgebrachten Wasserflaschen und Sandwiches. Für die unerfahrenen Reiter, demonstrierte Kly wie man mit Cowboysattel auf- und absteigt, er uns eine „Helfer“ stellten die Steigbügel in der richtigen Länge ein und erklärte wie man die Zügel halten sollte. Auf dem Reitplatz hatte man dann die Gelegenheit sein Pferd noch besser kennenzulernen und verschiedene Gangarten auszuprobieren. Die Jungs machten das soweit ganz gut, da zeigte sich, dass sie nicht das erste mal auf einem Pferd saßen. Jackson – der Besitzer der Ranch behauptet zwar, dass er JEDEN, egal ob er jemals auf einem Pferd gesessen habe oder nicht, an einem Tag alle Gangarten auf einem Pferd beibringen könne…da bin ich etwas skeptisch…aber ehrlich gesagt, ab dem Moment indem du die Ranch auf dem Pferderücken verlässt, bleibt dir gar nichts anderes übrig 😉 als es zu „können“.

IMG_0082Die erste Reitetappe führt über eine  kleine Straße, dann auf einem sandigen Weg zunächst an einem kleinen Fluss entlang und später durch den Fluss. Die Pferde genoßen es sichtlich im kühlen Wasser zu plantschen und ausgiebig zu trinken. Die ersten 1,5 Stunden ritten wir durch das Flusstal und man konnte sich immer besser mit seinem Pferd anfreunden. Ein Reiter überschätzte sich etwas und er bekam nach einem Galopp sein Pferd nicht mehr in den Griff. Ein junges Mädchen, das als „professionelle“ Unterstützung für die Kinder mitgekommen war, wollte helfen und galoppierte unbedacht hinterher, übersah einen tiefhängenden Ast und prallte mit voller Wucht dagegen, wurde vom Pferd geschleudert und das Pferd überschlug sich. Ein großer Schreckensmoment, zum Glück fiel das Pferd nicht auf das Mädchen und so hatte sie „nur“ eine blutende Wunde an der Stirn und wahrscheinlich eine Gehirnerschütterung. Ihr Pferd rappelte sich wieder auf und stürmte völlig verstört an den Pferden der Kinder vorbei. Dadurch gerieten diese in Panik und galoppierten ebenfalls los. Ich sah nur noch eine Staubwolke…

Direkt mit „Speed“ hinterherzugaloppieren, hätte nur dazu gefüht, dass die Pferde mit den Kindern schneller laufen…somit wartete ich kurz und versuchte ihnen langsam galoppierend zu folgen. Nach gefühlt „unendlich“ und in Warheit ca. 15 Minuten später fand ich die Jungs breit grinsend und quitschvergnügt auf ihren Cowboypferden sitzen.

IMG_0072Nachdem dann alle Pferde und Reiter wieder eingesammelt und das Mädchen mit Pflaster erstversorgt war, mussten wir noch eine zeitlang am Fluß entlnag reiten, bis wir an eine Stelle kamen, an der Jackson den wir mit Funkgerät kontaktierten, das verletzte Mädchen mit dem Pickup abholen konnte.

IMG_0094Nach einer Pause unter schattigen Bäumen am Fluß, ging es weiter. Erst jetzt begann der „abenteuerliche“ Teil des Ritt´s ;-). Die Landschaft war atemberaubend, die Steigungen die wir hinaufgaloppierten, die schmalen Pfade entlang der Canyons und die steilen Abhänge die wir mit den Pferden runterkletterten verschlugen mir aus Sorge um meine Kinder manchmal den Atem. Ich wußte zwar auf die Trittsicherheit der Pferde kann man sich verlassen, aber das hier war definitiv schon ein ziemlich realitätsnahes Cowboygelände und nicht zu vergleichen mit einem netten Ausritt daheim in Bayern. IMG_0141Was soll ich sagen, die Jungs wuchsen über sich hinaus, sie standen wie „alte“ Cowboys in den Steigbügeln und galoppierten die steilsten Hänge hinauf und wie man sich am besten auf dem Pferderücken hält wenn das Pferd einen steinigen, rutschigen Abhang hinunterkletter hatten sie auch schnell heraus. Kein einziges Mal hörte ich jammern oder motzen obwohl es sehr heiß und staubig war.

IMG_0146Als wir fast 10 Stunden später, zurück auf die Ranch kamen, waren die Jungs fix und fertig aber unglaublich glücklich und stolz! Dann auch noch von einem „echten“ Cowboy Komplimente zu bekommen, weil sie sich den ganzen Tag so gut „geschlagen“ haben  war für sie unglaublich und ih breites Grinsenüberstrahlte allen Staub und Dreck ;-).

IMG_0160Trotz aller Müdigkeit wurden noch gemeinsam abgesattelt und die Pferde versorgt. Nachdem wir uns ausgiebig und schweren Herzens von „unseren“ Pferden verabschiedet hatten, entließen wir sie auf die Weide.

IMG_0177Todmüde, dreckig, staubig und im Cowboygang ging´s zurück auf die andere Straßenseite  – auf unseren Camingplatz.

FAZIT: Soweit es für einen Tag möglich ist, meiner Meinung nach authentisches Cowboyreitfeeling. Schön ist es, dass man sich „sein“ Pferd aussuchen kann und es auch vor dem Reiten besser kennenlernt. Wenn ALLES gut geht,  tolle Erfahrung für die Kinder, die auf jeden Fall ihr Selbstvertrauen „puschen“. Aus Sicht des „besorgten Muttertier´s“ – ohne Reitkappen wäre ich mit Sicherheit einem Herzinfarkt erlegen, so bin ich ledichlich abwechseln fast 1000Tode gestorben und vor Stolz geplatzt. Solltest du auf deiner USA Reise den Zion National Park auf deiner Route haben, dann „gönn“ dir einen Tag Cowboyfeeling – die Kinder sprechen heute noch darüber!

Solltest du dich dafür entscheiden…hier ein paar Dinge, die du unbedingt dabei haben solltest!!!!!!!!

Wasser, Wasser, Wasser,  Wasser, Wasser, Wasser!!!!!

  •                        Sandwich´s
  •                        Sonnencreme
  •                        Sonnenbrille (Staub&Sonne)
  •                        Lange Hose
  •                        Hemd oder luftiges langarmiges Shirt
  •    Schuhe über die Knöchel, wenn du das nicht hast – wenigsten      lange dickere Socken!
  •                        Halstuch als Staubschutz
  •                        Kleines Verbandset
  •                        Hut mit Kinnband, Kopftuch

 

Yee haw und Servus bis ganz bald Deine chri*

Leider nur mehr „Geschichte“…The Cabin Tree (USA/CA – Calavaras Big Trees State Park)

Nachdem uns der Wetterumschwung zum Einschlagen einer anderen als der ursprünglich geplanten Route über die Berge zwang, sind wir in der Nähe des Calavaras big tree State Park gelandet. Da Bäume und Wald immer schön sind und man nicht oft die Chance bekommt Mamutbäume zu sehen, war klar, dass wir uns diese Möglichkeit nicht entgehen lassen.

dscf7523Besonders begeistert waren die Kid´s vom Cabine tree…immer wieder sind sie durch diesen (man munkelt ca. 1000 Jahre) alten und sehr beeindruckenden Baum durchgelaufen und haben die Fotos bestaunt, auf denen man sehen konnte, dass dieser Baum seit sehr langer Zeit eine Attraktion war. Schick gekleidetete „Urlauber“ fuhren bereits vor über 100 Jahren mit Pferdekutschen und später mit Autos durch diesen Baumtunnel, amüsierten sich prächtig und dokumentierten dieses eindrucksvolle Erlebnis in Photographien.

Seit dieser Woche, ist dieser Baum leider nur noch „Geschichte“.

Leider ist der Calavaras Big Trees State Park somit um einen beeindruckenden Baum ärmer. Trotzdem ist der Calavaras Big Trees State Park in Kalifornien  meiner Meinung nach immer noch einen Besuch wert.

Der liebevoll angelegte Waldrundweg, der einen auf ca. 2 km ( je nachdem ob man die kleine oder größere Runde wählt) an den  verschiedensten beeindruckenden lebenden, umgestürzten, gefällten und auch teilweise verbrannten Mamutbäumen vorbeiführt macht einfach nur glücklich.

dscf7510Zwischen diesen „Riesen“ fühlt man sich gleichzeitig klein und unbedeutend als auch beschützt und geborgen.

img_6532dscf7469Nebenbei gibt es viele Möglichkeiten zu spielen, zu klettern und auf einer gemütlichen Bank zu verweilen und diese Wunderwerke der Natur auf sich wirken zu lassen. Der Weg wird gesäumt von Informationstafeln, wodurch man Erstaunliches über diese seltenen Baumriesen erfahren kann.

img_6546Wie in jedem National- oder Statepark in den USA gibt es auch hier einen „VisitorCenter“…eines der Lieblingswörter unserer Kinder auf unserer Reise ;-).

img_6564 Hier hat man die Möglichkeit noch mehr über den Park, seine Bäume, die sonstigen Bewohner und seine Geschichte zu erfahren.

img_6552Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind überaus freundlich und   freuen sich richtig über den Besuch – besonders der Kinder. Sofort wird eine „Zauberkiste“ ausgepackt und die Kinder dürfen erfahren wie sich den das Fell eines Wolfen und Bären anfühlt, wie weich und dünn die Haut einer Klapperschlange ist und die „Klapper“ genau aussieht.

Angenehmer Nebeneffekt ist, dass es dort mollig warm ist und wir uns nach dem Waldspaziergang aufwärmen können.

Manchmal etwas nervig – zumindest wenn man mit Kindern unterwegs ist – sind die auch immer angegliederten Souveniershops. Amerikaner lieben es anscheinend sich von überall ein T-Shirt, Buch, Poster, Tasse, Aschenbecher oder Mützerl als Mitbringsel zu kaufen. Deshalb gibt es immer und überall…egal wie abgelegen – einen üppig ausgestatteten Souvenirshop. Ich weiß gar nicht mehr wie oft wir auf unserer Reise die unendlichen Diskussionen mit den Kids über den Erwerb eines weiteren Kuscheltiers, Kühlschrankmagneten oder Trinktasse hatten.

FAZIT: Wenn du in der Gegend bist, solltes du dem Calavares Big Trees State Park unbedingt einen Besuch abstatten – es lohnt sich…auch wenn es leider den Cabin Tree nun nicht mehr zu bestaunen gibt. Schau auch unbedingt in den Visitorcenter, er ist wirklich liebevoll gestaltet und für die Kinder sehr attraktiv.

In Gedenken an einen wirklich beeindruckenden Baum…Servus bis ganz bald Deine chri*

Darf ich vorstellen…Flipper´s Enkel

Ich weiß nicht, wer von euch noch die Kinderserie „Flipper“ kennt – ich war ganz vernarrt in den lustigen und intelligenten Delphin und kann heute noch die Titelmelodie. Als Kind hatte ich so einen roten „Klickapparat“ indem man „Diascheiben“ einlegen und durchklicken konnte…wenn man so will die ersten 3D Bilder…natürlich mit der Geschichte von Flipper dem Delphin den jedes Kind gerne als Freund gehabt hätte. Wie es der Zufall nun so will, habe ich zwar nicht Flipper, aber dafür seinen Enkel Pax kennenlernen dürfen und das kam so…

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Immer wieder werde ich in meiner beruflichen Tätigkeit darauf angesprochen, was ich denn von Delphintherapien halte. Viele Eltern erhoffen positive Veränderungen und sind bereit viel Geld und Zeit zu opfern um ihren Kindern Kontakt zu Delphinen zu ermöglichen. Einer der „Hot-Spot´s“ für Delphintherapien ist Florida und so wollte ich, nachdem ich nun schon mal da war, die Gelegenheit nützen mir das mal anzuschauen.  Im Netz finden sich unzählige Angebote, bei denen Kinder und Erwachsene die Möglichkeit bekommen, Kontakt mit Delphinen aufzunehmen. Schnell wird klar, dass es sich dabei wirklich um eine kostspielige Angelegenheit handelt und es scheint, dass in den wenigsten Fällen auch ausreichend auf das Wohlergehen der tierischen Therapeuten geachtet wird.

dscf6647-2Nach längerer Suche, stieß ich dann auf das Dolphine Research Center auf der Insel Marathon. Was ich darüber in Erfahrung bringen konnte, sprach mich dahingehend an, dass dort die Delphine nicht in künstlichen Schwimmbecken sondern in abgegrenzten Bereichen im Meer gehalten werden. Weiter kümmert sich das Dolphin Research Center als non-profit Organisation um verletzte oder schlecht gehaltene Delphine. Somit war die Entscheidung gefallen und ich überzeugte meine Lieben, dass wir unbedingt auf die Keys müssen. So kam es auch dazu, dass ich auf der Insel Marathon zufällig das Seaturtel Hospital entdeckte, darüber habe ich dir ja schon berichtet:-)!

Auf der Homepage  des Dolphins Research Center werden neben einem Besuch auch verschiedene Möglichkeiten Angeboten um diesen bezaubernden Wesen näher zu kommen. Einige erschienen mir etwas sonderbar…ich weiß nicht was jemand davon hat, sich von einem Delphin ein T-Shirt bemalen zu lassen ;-).

Der Chance einmal mit einem Delphin schwimmen zu können und ihm ganz nahe zu komme,  konnte ich dann aber nicht widerstehen. Mein „Geburtstagsgeld“ wurde von mir in einen Dolphine Encounter angelegt. Da wir uns in der absoluten Nebensaison in Florida aufhielten, war es möglich innerhalb weniger Tage einen Termin zu vereinbaren. Die Buchung erfolgt unkompliziert über die Homepage. In der Hauptsaison kann es angeblich Wochen dauern um einen Termin zu bekommen.

Am Tag meines Dolphine Encounters war ich ganz schön nervös, heute sollte ein lang gehegter Kindheitstraum in Erfüllung gehen…

Mit den Eintrittsgeld (Erwachsene 28 $; Kinder zwischen 4 und 12 Jahren 23$) darf man den ganzen Tag im Research Center bleiben. Wir konnten bei der Fütterung und kleinen Trainingseinheiten der Seelöwen zuschauen, zu den unterschiedlich großen Becken gehen und die Arbeit mit den Delphinen bestaunen.

dscf6661img_6245In den Bereichen, wo gerade kein Trainer mit den Delphinen arbeitete kamen die Delphine nach kurzer Zeit angeschwommen, legten sich auf die Seite und beobachteten uns neugierig, schwammen in kleinen Gruppen und ab und zu sprangen sie aus dem Wasser. dscf6765 Es zauberte uns allen ein Dauergrinsen ins Gesicht diesen wunderbaren Tieren so nahe zu kommen.

Toll ist es auch, dass es für Kinder auf dem Gelände einen kleinen Wasserspielplatz gibt und auch die Möglichkeit im Schatten sitzend seine mitgebrachte Brotzeit zu essen.

Als ich dann in meinen Badeanzug schlüpfte und begleitet von einem Delphintrainer auf einer Wasserplattform kniend Pax (den Enkel von Flipper) und seinen Kumpel Talon kennenlernen durfte, war ich wirklich sprachlos. Es ist schon etwas ganz Besonderes einem Delphin so nahe zu kommen und wenn ich ehrlich bin anfänglich auch etwas einschüchternd…sie sind so aus der Nähe betrachtet ganz schön groß ;-). Mit diesen faszinierenden Tieren zu spielen und als highlight auch schwimmen zu dürfen ist ein unbeschreiblich schönes Erlebnis, das ich bestimmt nie vergessen werde.dscf6709

Mein FAZIT: es war ein tolles Erlebnis, das die ganze Familie sehr genossen hat. Der therapeutische Nutzen, den sich viele Familien durch die Arbeit mit Delphinen versprechen, hat sich mir nicht richtig erschließen können. Es ist unumstritten, dass die Begegnung mit diesen wunderbaren Tieren einen sehr hohen Aufforderungscharakter besitzen und besonders für Kinder mit Kontaktschwierigkeiten sehr motivierend wirken. Die Arbeit die ich gesehen habe und auch die Gespräche mit den Trainern, haben mich persönlich aber nicht überzeugen könne zu rechtfertigen, dass sich Familien finanziell so extrem belasten und viele Delphine extra aus finanziellen Interessen und Therapiezwecken in Gefangenschaft gehalten werde. Delphine sind faszinierende und auf viele Menschen fast magisch wirkende Wesen, die aber um ihnen den nötigen Respekt zu zollen meiner Meinung nach  in Freiheit leben sollen!  Wir die wir so fasziniert von diesen Tieren sind, sollten ALLES unternehmen, dass dies möglich ist und sie unbeschwert und sicher durch die Meere schwimmen und uns ab und zu, wenn sie es für richtig halten an ihren Spielen teilhaben lassen. 

Ein fröhlicher Flossenpatscher, Servus bis ganz bald Deine chri*

 

Sea Turtle Hospital – Key´s Florida

DSCF6432Wenn du vor hast auf die Key´s zu fahren, dann solltest du dir etwas Zeit nehmen und das Sea Turtel Hospital auf Marathon besuchen. Wir sind eher zufällig hier gelandet, weil unser Hotel nur einen Block entfernt war und uns das „Schild“ neugierig gemacht hat.

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Das Turtel Hospital kümmert sich um verletzte oder kranke Meeresschildkröten, die von Anwohnern, Fischern oder Bootsfahrern gesichtet werden. Jeder der eine „nicht fitte“ Meeresschildkröte entdeckt, kann bei der Notrufnummer …..anrufen und dies mit Angabe des genauen Fundortes melden.

DSCF6513Die Mitarbeiter vom Turtel Hospital fahren dann mit ihrem „Krankenwagen“ los und kümmern sich um den „Patienten“. Toll finde ich, dass wenn man eine kranke Meeresschildkröte meldet, man anschließend „seine“ Schildkröte im Krankenhaus besuchen darf. Wenn sie wieder gesund gepflegt wurde und es möglich ist ,sie wieder in die „Freiheit“ zu entlassen, darf man dabei sein.

Das Turtle Hospital ist eine tolle Einrichtung, die einem ehemaligen Geschäftsmann zu verdanken ist, der als er in „Rente“ ging,  auf den Key´s, genauer auf Marathon ein altes Motel, „The old hidden Harbor Motel“ kaufte und begann sich um verletzte Schildkröten zu kümmern. In den letzten Jahren nahm die Zahl der Patienten immer mehr zu und inzwischen ist dies DER Ort, an dem innovative und unkonventionelle Methoden  entwickelt werden um diesen, leider stark gefährdeten, wunderbaren Tieren zu helfen.

Um die Arbeit des Krankenhauses bekannt zu machen und zu finanzieren und um die Achtsamkeit im Umgang mit diesen wunderschönen sanften Tieren und ihrem Lebensraum zu erhöhen, werden Führungen durch das Turtel Hospital angeboten.

ACHTUNG…diese Führungen sind (zum Glück! ) sehr beliebt,  wenn du nur wenig Zeit hast oder auf der „Durchreise“ bist musst du unbedingt vorab telefonisch einen Termin reservieren!

 

IMG_6155Die Führung dauert etwas über 1 Stunde und beginnt mit allgemeinen, interessanten und kurzweiligen Informationen über Meeresschildkröten.

IMG_6162Anschließend sieht man die Operations- und Behandlungsräume, bevor man dann die einzelnen „Patienten“ kennenlernen kann. Bei der Führung spürt man, wie fasziniert die überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter von diesen sanften Meeresbewohnern sind und wie sehr ihnen ihre Genesung und Wohlergehen am Herzen liegt.

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Sehr interessant und auch für die Kinder bewegend, war es die einzelnen Schicksale  zu erfahren. Auf der jeweiligen „Patientenakte“ kann man sehen und lesen, wieso die jeweilige Meeresschildkröte behandelt werden muss und weitere Nachfragen werden von den Mitarbeitern ausführlich beantwortet.

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Leider sehr häufig sind Verletzungen des Rückenpanzers durch Boote und Jetski´s. Durch den Aufprall entstehen unterhalb des Panzers Schwellungen und Lufteinschlüsse, wodurch die Meeresschildkröte nicht mehr „abtauchen“ kann und dazu verdammt ist auf der Oberfläche zu „flooten“.

DSCF6419Hier im Krankenhaus wird versucht, irgendwie die Schwellung zu reduzieren oder es werden künstliche Gewichte am Panzer angebracht, damit ein Abtauchen wieder möglich ist.

DSCF6451In nicht so schweren Fällen gelingt dies und der Patient kann zurück ins Meer, aber in den meisten Fällen sind diese Schildkröten in der freien Natur nicht mehr überlebensfähig und dürfen deshalb im großen Pool, finanziert von Paten leben oder sie werden von einem Aquarium übernommen.

IMG_6158Ein weiteres großes Problem für Meeresschildkröten sind die immer größer werdenden „Plastikteppiche“ in den Meeren. Besonders dünne Plastiktüten, wie sie hier in den USA leider immer noch massig in den Supermärkten verteilt werden, achtlos weggeworfen , gelangen ins Wasser und werden von den Meeresschildkröten mit ihrer Lieblingsmahlzeit „Quallen“ verwechselt. Somit schaut der Magen vieler Meeresschildkröten aus wie eine Müllhalde und irgendwann können sie keine Nahrung mehr aufnehmen oder leiden unter schrecklichen Bauchweh. Hier im Krankenhaus müssen sie dann  in einer komplizierten Operation von dem Müll im Magen befreit werden.

Durch Schadstoffe im Wasser oder Parasiten leiden viele Meeresschildkröten auch unter Pilzen und Hautgeschwüren, die hier zum Glück meist gut behandelt werden können wie man am Beispiel von Gwehn eindrücklich sehen kann.

Seit wir hier so viel über diese wunderschönen Meeresbewohner erfahren konnten und einige „persönlich“ kennenlernen durften, haben wir alle ein weiteres „Lieblingstier“.

Ich freu mich schon darauf, wenn ich beim nächsten Mal einer Meeresschildkröte im Meer begegne, vielleicht ist es ja ein ehemaliger Patient aus dem Sea Turtel Hospital.

 

Tja und vielleicht sagst auch du beim nächsten Einkauf, „NO THANK YOU„ zur Plastiktüte 😉

DSCF6526    Servus bis ganz bald Deine chri*

 

Florida – Gatorland ein Hauch von Nostalgie

DSCF6201Wenn man so wie wir ,eh fast direkt daran vorbei fährt, dann ist es ganz nett im Gatorland vorbeizuschauen, ansonsten lohnt es sich nicht unbedingt. Es ist eine Mischung aus kleinem Zoo, Freizeitpark und Tiershow. Es wirkt alles etwas in die Jahre gekommen aber durchaus sympatisch und auch etwas nostalgisch.

Die Babykrokodile fanden die Kinder „niedlich“ und die riesigen Alligatoren, die bei der „Jumpshow“ aus dem Wasser schnellen um ein Stück Hendl zu schnappen, sind schon beeindruckend.

IMG_6016Ganz begeistert waren die Jungs von den „weißen“ Alligatoren, die nur sehr selten sind, da sie in der freien Wildbahn nicht lange überleben. Bei der Alligator-Westling-Show, zeigten sie eher Mitgefühl mit den „armen“ kleinen Alligatoren…genau so wie ich. Der anschließend mögliche „Foto-Event“ war für mich eher mit „fremdschämen“ behaftet…keine Ahnung, wieso jemand ein Foto von sich haben möchte, wie er auf einem kleinen Reptil sitzt, dem das Maul zugehalten wird.

DSCF6203Spaß hatten die Kinder auf dem großen Wasserspielplatz, perfekt um sich vor der anstehenden längeren Autofahrt noch etwas abzukühlen und auszutoben. ACHTUNG: Badehose und Handtuch nicht vergessen!!! Das einzig unangenehme ist der Chlorgeruch, der einen aber fast überall in Florida begegnet, sobald irgendwo Wasser plätschert. Aus Sicherheitsgründen wird gerne übermäßig gechlort um alle Keime abzutöten.

FAZIT: Wenn du es nicht in die Everglades schaffst um Alligatoren zu sehen oder du eh an Gaterland vorbei fährst und einfach etwas Unterhaltung suchst, dann kannst du hier vorbeischaun…unserer Meinung aber nichts, was man gesehen haben muss ;-). Absolut ausreichend für war das „Basiseintrittspacket“, bei der Eintrittserweiterung darf man noch mit dem Zug fahren und die Vogelgehege besuchen…war aber für uns als Zwischenstopp nicht so interessant. Wie in Amerika üblich … sammle Coupon´s um vergünstigte Eintrittspreise zu bekommen. Für das Gatorland findest du in jeder Touristeninfo oder in den Hotelrezeptionen Coupon´s, damit haben wir uns einige Dollar gespart!

Servus bis bald, Deine chri*