A Cowboyday at Jacob´s Ranch Utah /USA

DSCF8434-2Wenn man  im Cowboyland unterwegs ist, lässt es sich gar nicht verhindern, dass der Wunsch aufkeimt einmal ein richtiger Cowboy (oder Cowgirl) sein zu dürfen. Entlang unserer Reiseroute gab es immer mal wieder die Möglichkeit für Trailrides oder Kindercowboyprogramme – aber bislang war das soweit für meinen Geschmack nichts.

Ok, Ok ich bin natürlich auch etwas kritisch, erstens ist es mir wichtig, dass ich das Gefühl habe, dass die Pferde gut behandelt werden. Zweitens war ich selbst vor einigen Jahren für mehrere Monate in Oregon auf einer Working Cattle Ranch als „Cowgirl“ und wollte für meine Kinder einen soweit wie möglich „autentischen“ Cowboytag. Zufällig sind wir dann an Jacobs Ranch vorbeigekommen, die praktisch genau gegenüber „unseres“ Campingplatzes (Zion River Resort) lag. Nachdem wegen des „Memorial day´s“ eine Mindestbuchunszeit von 3 Tagen bestand, war genug Zeit an einem Ort.

Zunächst habe ich mir die homepage von Jacob´s Ranch angeschaut und musste schon etwas schmunzeln.  Nachdem ich dann mehrmals mit  Jackson (Besitzer) telefoniert hatte….ein sehr beschäftigter Mann, der sehr gerne und blumig redet 😉 …und ich mir die Pferde auf der Koppel angeschaut habe, dachte ich mir es ist einen Versuch wert. Da laut Jackson geplant ist den ganzen Tag mit und auf den Pferden zu verbringen und es dabei nicht nur ums auf´s Pferd draufsitzen und losreiten gehen soll, haben wir uns trotz des ganz schön heftigen Preises von 180 $/pro Person für einen Cowboytag  auf Jacob´s Ranch entschieden.

Am nächsten Tag um 9.00 Uhr stand die ganze Familie vor dem „Gate“ der Ranch. Wir und noch ein 8jähriges Mädchen mit Vater aus Las Vegas und ein Ehepaar aus Oregon wurden von Kly begrüßt.

DSCF8440Die Kinder waren total fasziniert – ein Cowboy wie aus ihren Träumen…Stiefel, klirrende Sporen, Patronengürtel, Revolver, Cowboyhemd und natürlich Cowboyhut. Schon etwas „Show“ – irgendwie muss sowas ja fast auch sein – aber ein sehr netter ruhiger Typ.

DSCF8439Der Tag begann damit, die Pferde von der Koppel nach oben in den „paddock“ zu treiben.

Immer wieder ein tolles Bild eine galoppierende Pferdeherde.

Anschließend wurde jedes einzelne Pferd kurz vorgestellt… Name, besondere positive aber auch herausfordernde Eigenschaften. Sehr nett gemacht, da man nicht einfach ein Tier „zugewiesen“ bekam, sondern ein für sich „passendes“ Pferd aussuchen konnte.  Bis zu dem Zeitpunkt war sich mein noch weniger pferdeerfahrener Sohn nicht sicher, ob er wirklich beim Cowboytag mitmachen wollte.

DSCF8485 Nachdem er dann aber „Ranger“, einen Apfelschimmel, kennengelernt hatte, wollte er unbedingt auch als Cowboy auf einem Pferd sitzen. Somit waren wir nun drei aus der Familie, die den ganzen „Cowboytag“ der ca. 7 Stunden dauern sollte, mitmachen wollten…wie sich rausstellte war es dann ein bissal länger – aber dazu später mehr.

DSCF8461Nachdem sich mein anderer kleiner „Cowboy“, Blue Eye, ein richtig schön weiß-braun geschecktes Cowboypferd und ich mir ein dunkelbraunes Quarterhorse mit Namen Dollar ausgesucht hatte, konnten wir ersten Kontakt zu „unseren“ Pferden aufnehmen, indem wir sie zum Bürsten zum Putzplatz führten.

DSCF8490Unser jüngstes Kind, half mir mit großer Begeisterung Dollar auf „Hochglanz“ zu bringen.

DSCF8494Besonders für die Kinder, aber auch für mich immer wieder toll und faszinierend, war das anschließende „Join up“ mit dem jeweilig „eigenen“ Pferd im Roundpin. Durch ein paar einfache, aber sehr effektive Übungen lernt man die Führung zu übernehmen und das Pferd hat die Möglichkeit sich auf „seinen Menschen für den Tag“ einzustellen.

DSCF8525Besonders berührend war der Moment, als dann das jeweilige Pferd der Kinder auf sie zukam und wie ein Schoßhündchen ohne Führstrick hinter ihnen herlief.

Die Jungs waren so stolz! Es war schön, zu sehen, wie sie nur so vor gesundem Selbstbewusstsein strotzten.

Dann kam der „formelle“ Teil, in Utha ist es anscheindend Gesetz, dass jegliche Haftung und Verantwortung bei den „Teilnehmern“ liegt d.h. kurz und knapp, sobald du die Ranch betrittst haftest du…egal was passiert. Dass dir das auch klar ist, musst du noch ein Formblatt unterschreiben, indem auf sehr „beruhigende Weise“ immer wieder darauf hingewiesen wird, dass es beim Umgang mit den Pferden oder beim Reiten auch zu Todesfällen kommen kann. Ab da stand für mich fest, dass ich auch trotz massiven „Protest“ meiner Minicowboys darauf bestand, dass sie statt der coolen Cowboyhüte,  Helme tragen mussten – ich kann euch sagen, darüber war ich dann im nachhinein sehr froh!!!!

Nun gings ans Satteln, auftrensen und befüllen der Satteltaschen mit den mitgebrachten Wasserflaschen und Sandwiches. Für die unerfahrenen Reiter, demonstrierte Kly wie man mit Cowboysattel auf- und absteigt, er uns eine „Helfer“ stellten die Steigbügel in der richtigen Länge ein und erklärte wie man die Zügel halten sollte. Auf dem Reitplatz hatte man dann die Gelegenheit sein Pferd noch besser kennenzulernen und verschiedene Gangarten auszuprobieren. Die Jungs machten das soweit ganz gut, da zeigte sich, dass sie nicht das erste mal auf einem Pferd saßen. Jackson – der Besitzer der Ranch behauptet zwar, dass er JEDEN, egal ob er jemals auf einem Pferd gesessen habe oder nicht, an einem Tag alle Gangarten auf einem Pferd beibringen könne…da bin ich etwas skeptisch…aber ehrlich gesagt, ab dem Moment indem du die Ranch auf dem Pferderücken verlässt, bleibt dir gar nichts anderes übrig 😉 als es zu „können“.

IMG_0082Die erste Reitetappe führt über eine  kleine Straße, dann auf einem sandigen Weg zunächst an einem kleinen Fluss entlang und später durch den Fluss. Die Pferde genoßen es sichtlich im kühlen Wasser zu plantschen und ausgiebig zu trinken. Die ersten 1,5 Stunden ritten wir durch das Flusstal und man konnte sich immer besser mit seinem Pferd anfreunden. Ein Reiter überschätzte sich etwas und er bekam nach einem Galopp sein Pferd nicht mehr in den Griff. Ein junges Mädchen, das als „professionelle“ Unterstützung für die Kinder mitgekommen war, wollte helfen und galoppierte unbedacht hinterher, übersah einen tiefhängenden Ast und prallte mit voller Wucht dagegen, wurde vom Pferd geschleudert und das Pferd überschlug sich. Ein großer Schreckensmoment, zum Glück fiel das Pferd nicht auf das Mädchen und so hatte sie „nur“ eine blutende Wunde an der Stirn und wahrscheinlich eine Gehirnerschütterung. Ihr Pferd rappelte sich wieder auf und stürmte völlig verstört an den Pferden der Kinder vorbei. Dadurch gerieten diese in Panik und galoppierten ebenfalls los. Ich sah nur noch eine Staubwolke…

Direkt mit „Speed“ hinterherzugaloppieren, hätte nur dazu gefüht, dass die Pferde mit den Kindern schneller laufen…somit wartete ich kurz und versuchte ihnen langsam galoppierend zu folgen. Nach gefühlt „unendlich“ und in Warheit ca. 15 Minuten später fand ich die Jungs breit grinsend und quitschvergnügt auf ihren Cowboypferden sitzen.

IMG_0072Nachdem dann alle Pferde und Reiter wieder eingesammelt und das Mädchen mit Pflaster erstversorgt war, mussten wir noch eine zeitlang am Fluß entlnag reiten, bis wir an eine Stelle kamen, an der Jackson den wir mit Funkgerät kontaktierten, das verletzte Mädchen mit dem Pickup abholen konnte.

IMG_0094Nach einer Pause unter schattigen Bäumen am Fluß, ging es weiter. Erst jetzt begann der „abenteuerliche“ Teil des Ritt´s ;-). Die Landschaft war atemberaubend, die Steigungen die wir hinaufgaloppierten, die schmalen Pfade entlang der Canyons und die steilen Abhänge die wir mit den Pferden runterkletterten verschlugen mir aus Sorge um meine Kinder manchmal den Atem. Ich wußte zwar auf die Trittsicherheit der Pferde kann man sich verlassen, aber das hier war definitiv schon ein ziemlich realitätsnahes Cowboygelände und nicht zu vergleichen mit einem netten Ausritt daheim in Bayern. IMG_0141Was soll ich sagen, die Jungs wuchsen über sich hinaus, sie standen wie „alte“ Cowboys in den Steigbügeln und galoppierten die steilsten Hänge hinauf und wie man sich am besten auf dem Pferderücken hält wenn das Pferd einen steinigen, rutschigen Abhang hinunterkletter hatten sie auch schnell heraus. Kein einziges Mal hörte ich jammern oder motzen obwohl es sehr heiß und staubig war.

IMG_0146Als wir fast 10 Stunden später, zurück auf die Ranch kamen, waren die Jungs fix und fertig aber unglaublich glücklich und stolz! Dann auch noch von einem „echten“ Cowboy Komplimente zu bekommen, weil sie sich den ganzen Tag so gut „geschlagen“ haben  war für sie unglaublich und ih breites Grinsenüberstrahlte allen Staub und Dreck ;-).

IMG_0160Trotz aller Müdigkeit wurden noch gemeinsam abgesattelt und die Pferde versorgt. Nachdem wir uns ausgiebig und schweren Herzens von „unseren“ Pferden verabschiedet hatten, entließen wir sie auf die Weide.

IMG_0177Todmüde, dreckig, staubig und im Cowboygang ging´s zurück auf die andere Straßenseite  – auf unseren Camingplatz.

FAZIT: Soweit es für einen Tag möglich ist, meiner Meinung nach authentisches Cowboyreitfeeling. Schön ist es, dass man sich „sein“ Pferd aussuchen kann und es auch vor dem Reiten besser kennenlernt. Wenn ALLES gut geht,  tolle Erfahrung für die Kinder, die auf jeden Fall ihr Selbstvertrauen „puschen“. Aus Sicht des „besorgten Muttertier´s“ – ohne Reitkappen wäre ich mit Sicherheit einem Herzinfarkt erlegen, so bin ich ledichlich abwechseln fast 1000Tode gestorben und vor Stolz geplatzt. Solltest du auf deiner USA Reise den Zion National Park auf deiner Route haben, dann „gönn“ dir einen Tag Cowboyfeeling – die Kinder sprechen heute noch darüber!

Solltest du dich dafür entscheiden…hier ein paar Dinge, die du unbedingt dabei haben solltest!!!!!!!!

Wasser, Wasser, Wasser,  Wasser, Wasser, Wasser!!!!!

  •                        Sandwich´s
  •                        Sonnencreme
  •                        Sonnenbrille (Staub&Sonne)
  •                        Lange Hose
  •                        Hemd oder luftiges langarmiges Shirt
  •    Schuhe über die Knöchel, wenn du das nicht hast – wenigsten      lange dickere Socken!
  •                        Halstuch als Staubschutz
  •                        Kleines Verbandset
  •                        Hut mit Kinnband, Kopftuch

 

Yee haw und Servus bis ganz bald Deine chri*

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