Rosenduft „wabert“ durch mein Haus…

auf dem Weg zum Kindergarten komme ich immer an einem kleinen Haus vorbei. In dem winzigen Vorgärtchen wächst ein riesiger Rosenstrauch und die Blüten hängen über den Zaun. Jedes Jahr freue ich mich wieder, wenn die Rosen endlich blühen und ich jeden Morgen an diese so unglaublich intensiv und wohlriechenden Blüten schnuppern kann. Auch jetzt ist es wieder so weit! Inzwischen ist es ein Ritual, dass nicht nur mehr ich, sondern auch meine Kinder  sich einen Moment Zeit nehmen und um diese Jahreszeit den Tag, mit einer „Nase voll“ Rosenduft beginnen. Vor zwei Jahren, hat mich die Bewohnerin und Besitzerin des Rosenstrauch zufällig dabei beobachtet, als ich schnuppernd bei ihr am Gartenzaun stand. Sie kam aus dem Haus und begann mir zu erzählen, dass dieser Rosenstrauch sie schon ihr ganzes Leben begleitet – erst stand er im Garten ihrer Eltern und als sie heiratete hat sie sich einen Ableger mitgenommen und ihn in ihren ersten Garten gepflanzt. Inzwischen ist dieser Rosenstrauch schon drei mal umgezogen und er blüht immer noch jedes Jahr sehr üppig. Aus den Rosenblüten mache sie, wie schon ihre Mutter Rosengelee. Ich hatte keine Ahnung, dass man aus Rosen so etwas machen kann und sie hat mir versprochen ich bekäme eine Kostprobe, wenn sie das nächste mal eines macht…leider kam es dazu nicht mehr. Sie hatte einen Schlaganfall, von dem sie sich nicht mehr erholt hat – manchmal sah ich sie, wenn sie mit ihrem Rollator in Begleitung ihres Mannes ein paar Schritte vor die Tür wagte…ich habe sie jetzt länger nicht mehr gesehen und nun habe ich erfahren, dass sie inzwischen bettlägerig ist.

Unser Gespräch von damals kam mir plötzlich wieder in den Sinn – als ich an ihren Rosen „schnüffelte“. Leider kann ich sie nicht mehr nach dem Rezept ihres Rosengelees fragen, aber ihr und ihrer duftenden Rosen zu Ehren,  werde ich einfach einen Versuch wagen und Rosengelee kochen. Nach einiger Suche und Recherche habe ich ein passendes Rezept gefunden und es etwas verändert…deshalb heute die Premiere von Josefa´s Rosengelee.

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Du brauchst:

  • eine große Schüssel gefüllt mit frischen gemischten, duftenden und unbehandelten Rosenblätter ca. 3-4 Liter Fassungsvermögen
  • 1 Flasche Rosé (0,75ml)
  • 250ml Leitungswasser
  • 50ml Rosenwasser
  • 1 kg Gelierzucker (2:1)
  • 300ml Apfelsaft – kein Konzentrat, am besten klar wenn´s geht..ich hatte nur trüben und das passt auch!
  • 3 Zitronen gepresst ca. 150ml
  • 1 Echte Vanilleschote

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Und so geht´s:

Mit der großen Schüssel und einer Schere geht es in den Garten zu den Rosen. (Ich hatte das Glück, dass ich mich im Rosengarten einer Freundin austoben durfte…meinem Garten gibt nur zwei noch sehr kleine Rosenbüsche. Nachdem ich nur die schon fast verblühten Rosen nehme und sie mit der Gartenschere abzwickte, war sie sogar ganz froh, weil ich ihr dadurch Arbeit abnehme.  ) Bis die Schüssel voll ist, braucht man schon einige Blüten. Ein unglaublich schönes sinnliches Gefühl mit der Hand so richtig in die Blätter einzutauchen und das duftet…

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Anschließend werden die Blütenblätter vorsichtig in einer Salatschleuder gewaschen und getrocknet.

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Dann habe ich die Rosenblätter in den größten Topf getan, den ich finden konnte und den Rosé und das Leitungswasser darüber gegeben.

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Dann noch den Gelierzucker darüber, vorsichtig unter die Rosenblätter unterheben, Deckel darauf und für einen Tag an einem kühlen Ort ruhen lassen…bei mir war´s der Kellerabgang. Am nächsten Tag dann ausreichend Marmeladengläser vorbereiten (ich koche sie vorher immer aus, ob das wirklich nötig ist – keine Ahnung.) Als TIPP habe ich gelesen, dass man auch noch ein paar frische Rosenblätter in die Gläser geben kann…das habe ich dann auch noch gemacht. Den Topf mit den Rosenblättern auf den Herd stellen, den Apfelsaft und den ausgepressten und durch ein Teesieb abgeseihten Zitronensaft dazu geben. Die Vanilleschote aufschneiden und das Mark ausschaben. Restliche Vanilleschote und das Mark in den Topf geben und anschließend ALLES ca. 5 Minuten unter ständigem rühren aufkochen. Dann die ganze Masse durch ein Nudelsieb schütten und die Rosenblätter und die Vanilleschote richtig gut ausdrücken. Das geht ganz gut mit der Rückseite eines Schöpflöffels. Die nun schon fast ganz klare Flüssigkeit durch ein Haarsieb erneut in den Topf zurück gießen.

IMG_3895Nun hast du eine fast ganz klare rosa Flüssigkeit, die du nun in die vorbereiteten Gläser schütten kannst. Deckel drauf und zum Abkühlen auf den Kopf drehen. FERTIG!

Mein Fazit:

  • schon etwas aufwendig, aber eine tolle sinnliche Arbeit und anschließend duftet das ganze Haus nach Rosen.
  • das Gelee hat einen sehr eigener Geschmack, aber ich persönlich finde ihn einfach nur  himmlisch!
  • den Tag mit einer Rosengelee-Semmel zu beginnen hebt auch meine morgenmuffelige Stimmung gewaltig
  • ich habe 6 Gläser Gelee aus der oben angegebenen Menge bekommen
  • auf jeden Fall etwas besonderes und bestimmt ein tolles Geschenk…bin schon gespannt, wie es meiner „edlen Rosenblätterspenderin“ schmeckt

Ich wünsche Dir rosige Zeiten      DSCF3876und bis ganz bald Deine chri*

 

 

 

 

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2 Kommentare zu “Rosenduft „wabert“ durch mein Haus…

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