Elternzeit – trau dich und pack deinen Rucksack!

Um diese Zeit im Jahr, sind wir sonst gerade „zurückgekommen“…immer wieder sind wir dem heimischen Winter entflohen und haben uns a bissal in der Welt rumgetrieben…erst alleine, dann als Paar und auch als die Kinder kamen, wollten wir darauf nicht verzichten. Die Elternzeit ermöglicht es, sich eine Auszeit zu nehmen, ganz viel gemeinsame Zeit zu verbringen und trotzdem finanziell einigermaßen abgesichert zu sein.

Eine tolle Chancenütze die Zeit und schau dich a bissal um in der Welt!  Mach dir nicht so viele Gedanken und lass dich nicht von „ANDEREN“ (Großeltern, anderen Eltern, Freunden, Bekannten…) verunsichern – es klappt schon und wenn mal was nicht so perfekt ist – meine Erfahrung  – es gibt immer eine Lösung!

Mit diesem Beitrag möchte ich dich „verführen“ und „ermutigen“….pack deinen Rucksack und die Kinder und los geht’s!!!IMG_5319

 

Für uns war es klar, dass wir unsere „Elternzeit“ in Asien – genauer in Thailand verbringen wollten. Dies hat neben romantischen auch viele praktische Gründe…Januar/Februar/März ist die perfekte Reisezeit da es in der Regel wenig regnet, es schön warm aber nicht zu heiß ist, die Flüge nach Weihnachten und Neujahr wieder günstiger sind, es ein sicheres Reiseland ist,  auf den größeren Inseln gibt es eine gute medizinische Versorgung, das Essen ist ein Traum, man braucht wenig einpacken da man fast alles vor Ort irgendwie auftreiben kann, wenn man keinen „Luxus“ erwartet gibt es immer noch günstige „Hütterl“ am Strand und die „Thais“ sind in der Regel sehr kinderfreundlich, unkompliziert und liebenswert.

Der anstrengendste und auch teuerste Part unserer Thailandreisen mit den Kindern war eindeutig die Anreise…für unter 4 Wochen Aufenthalt kann ich es nicht empfehlen. Flug von München nach Bangkok ( je nach Fluglinie auch noch mit Zwischenstop) ca. 12 Stunden, dann je nachdem wo man in Thailand hin will Inlandsflug oder Zugfahrt. Und nicht zu vergessen – nachdem die Kinder max. einen kleinen Rucksack mit Kuscheltier, Trinkflasche und einem Satz Wechselkleidung tragen bedeutet es –  das Gepäck von 5 Leuten muss auf zwei Rucksäcke verteilt und geschleppt werden. Eine echter Herausforderung. Bei drei Kindern kommt dann noch erschwerend hinzu, dass man immer ein paar Hände zu wenig hat…ich kann dir nur raten, nur das Nötigste einzupacken und es dann vor Ort als Unterhaltung und Spaß zu betrachten,  fehlende Dinge zu organisieren…

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Nach der Landung auf Ko Samui ging es mit Gepäck und halb komatösen Kindern mit dem Boot und  anschließend mit einem scheppernden, ruckelnden  Sammeltaxi weiter, bis wir da waren wo wir hinwollten…

 

In Thailand ändern sich Dinge sehr schnell, leider nicht zum besseren…für den ersten 3 Nächte habe wir bereits aus Deutschland eine etwas „noblere“ Unterkunft an einem unserer früheren „Lieblingsstrände“ auf Koh Phangan – Haad Salad gebucht. Nach der langen anstrengende Anreise waren wir alle platt und froh nicht erst noch einen Schlafplatz suchen zu müssen.

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Der Strand war vor ein paar Jahren noch sehr ursprünglich, jetzt reiht sich ein kleines Hotel und Restaurant an das andere und von dem früheren feinen, weichen Sandstrand ist leider nicht mehr so viel übrig. Am Ende des kleinen Strandes wurde ein großes „nobles“ Hotel gebaut und damit die Gäste mit ihren Jet-ski auf das offene Meer kommen können, wurde einfach ein nicht unerheblicher Teil des Riffs weggesprengt. Dadurch wurde nicht nur das ehemals wunderschöne „Schnorchelgebiet“ fast vollständig zerstört auch wird durch die Brandung nach und nach der feine Strand weggespült. Teile des Strandabschnitts wurden deshalb bereits betoniert…es tut im Herzen weh, wenn man daran denkt wie zauberhaft es früher hier war. Wenn man den Strand aber nicht anders kennt, ist es immer noch ein schöner Ort. Der Strand ist besonders beliebt bei Familien mit kleinen Kindern, da das Wasser sehr flach ist und sich der feine Sand perfekt zum „Sandburgenbau“ eignet. Dadurch finden sich immer ausreichend Spielfreunde, somit auch für Einkindfamilien perfekt.

Die Kinder und wir genossen die ersten Tage, dass es fließendes warmes Wasser, zwei Zimmer, eine schöne Terrasse und sogar eine Klimaanlage gab. Genau das richtige sich mal richtig auszuschlafen und für die Kinder sich an das Klima zu gewöhnen. Nach 3 Tagen war es dann aber genug…wir wollten „unseren Thailandluxus“ leben, d.h. am liebsten ein ruhiges entspanntes Fleckerl mit einer einfachen „Hütte“ am besten direkt am Strand.

Zum Glück haben wir so einen Ort dann nach einigen Irrungen und Wirrungen noch gefunden, dieser kleine Strand wurde unser „Zuhause“ auf Zeit.IMG_0749

 

Da wir länger als der durchschnittliche Urlauber blieben und keine hohen Ansprüche an die Ausstattung stellten, fanden wir genau was wir wollten und das zu günstigen „Mietkonditionen“.  Es gab kein warmes Wasser und Strom nur wenn der Generator wollte und dann auch nur von 18.00 Uhr bis ca. 1.00 Uhr. Dafür aber sehr herzliche Menschen und so was wie „Familienanschluss“. Mit Panzertape und Seilen (was sonst hätten wir in unseren Rucksack gepackt 😉 konnten wir unser neues „Zuhause“ relativ Kindersicher und Moskitofrei bekommen. Unbezahlbar und der wahre Luxus für uns war es jeden Morgen und jeden Abend diesen Blick zu genießen, mit Meeresrauschen einzuschlafen und direkt von der Veranda auf den Strand zu stolpern.

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Schon nach kurzer Zeit sind nicht nur wir, sondern auch die Kinder voll hier angekommen. Die Tage sind ausgefüllt mit so wichtigen Dingen wie gemeinsam Sandburgen bauen, planschen, im Schatten dösen, kuscheln, schwimmen, schaukeln, schnorcheln, Muschel sammeln…

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Dazwischen gibt es immer etwas leckeres zu essen…es war ist eine wahre Freude wie experimentierfreudig unsereKinder plötzlich waren...endlich mal nicht mehr die typische „Brezen-Gelbwurst-Käse-Diät“… Am beliebtesten waren frische Kokosnuss, „Fisch aus dem Meer“, Muscheln, Bananen und und und…hier ein paar optische „Magentratzerl“ für dich…

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Neben dem „Müßiggang“ hat so ein Inselleben noch allerhand mehr zu bieten...immer wenn die „Entspannung zu groß wurde“ 😉 waren wir unterwegs …

auf dem Tempelmarkt, in der nächsten Stadt zum „Kokosnussofenpizzaessen“ und einkaufen, Treffen mit Freunden, wandern, Elefanten füttern, die Insel mit dem Boot erkunden…

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Besonders die Kinder sind unschlagbar darin, immer wieder verschiedensten Tiere zu entdecken und diese dann mit einer bislang nicht gekannten Ausdauer und Ruhe zu beobachten oder mit ihnen zu spielen…

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So was wie Langweile gibt es nicht, immer gibt es was zu entdecken, schmecken, riechen, bauen, sehen, auszuprobieren – die Tage plätscherten wohlig und unaufgeregt dahin. Aber irgendwann war unser persönliches Inselglück leider zu Ende – wir mussten wieder Richtung „alter Heimat“ aufbrechen.  Der letzte Abschied von unserem „Paradies“ ist sehr schwer gefallen …wir werden nicht wieder kommen…die deutsche Schulpflicht wird das zukünftig verhindern. Die tollen Erinnerungen, die intensive Familienzeit und das „wohlige Thailandgefühl“ kann uns aber niemand nehmen…IMG_4210

Um uns wieder an das schnellere Leben zu gewöhnen, wir noch einen Freund besuchen wollten und weil wir es für eine gute Idee hielten, ging es noch für zwei Nächte nach Bangkok…

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Es war dann ein ziemlicher Schock von unserem entschleunigten Inselleben direkt in das Gewusel und den Gestank von einer Großstadt wie Bangkok zu kommen. Im Nachhinein betrachtet, keine so tolle Idee mit kleinen Kindern. Das letzte mal waren wir hier noch kinderlos und wir konnten die pulsierende Stadt richtig genießen. Jetzt war es vor allem für alle Beteiligten stressig. Mit etwas Umplanung und Phantasie gab es dann doch noch ein paar schöne gemeinsame Erlebnisse in der großen Stadt…

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Um das Positive zu sehen, nach zwei Nächten in Bangkok war das Abschied nehmen von Thailand nicht mehr ganz so schwer. Wir haben unsere Elternzeit in Thailand genutzt um unzählige gemeinsam Glücksmomente zu erleben, sind interessanten und tollen Menschen begegnet, haben kleine Abenteuer und Unwegsamkeiten bestanden und vor allem haben wir  ganz viel wertvolle Zeit miteinander verbracht.

Wofür möchtest du deinen Rucksack packen?

Sawatdi kah…IMG_1592 Servus bis bald Deine Chri

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Ein Kommentar zu “Elternzeit – trau dich und pack deinen Rucksack!

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